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Metall-Warnstreiks mit 100.000: Es geht um Lohn und Standortgarantien

Seit dem Ende der Friedenspflicht am 31. Oktober legten laut IG Metall in drei Tagen rund 100.000 Beschäftigte in mehr als 500 Betrieben die Arbeit nieder; ab 5. November wird in den Bezirken zum dritten Mal verhandelt.

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Metall-Warnstreiks mit 100.000: Es geht um Lohn und Standortgarantien

Die Tarifrunde für mehr als 3,7 Millionen Beschäftigte dreht sich nicht mehr nur ums Geld, sondern um Zusagen für Standorte und Arbeitsplätze. Die Arbeitgeber bringen zusätzlich KI und Krankenstand auf den Tisch.

Was passiert ist

Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld bei 12 Monaten Laufzeit, dazu Sicherung von Jobs und Standorten, eine Gewinnbeteiligung in gut laufenden Betrieben und eine soziale Komponente für Geringverdiener und Auszubildende. Die Arbeitgeber boten am 27. Oktober eine Einmalzahlung im Juli 2027 von 1 Prozent des durchschnittlichen Jahresentgelts, die je Betrieb verändert oder gestrichen werden kann, und 1,3 Prozent mehr ab Juli 2028, bei 26 Monaten Laufzeit bis Ende 2028. Die Gewerkschaft spricht von acht Nullmonaten und einer faktischen Minusrunde. Seit 1. November folgten Warnstreiks: am 3. November allein mehr als 62.000 Beschäftigte, am 4. November unter anderem 16.000 in Bayern, 11.300 in Nordrhein-Westfalen und mehr als 6.500 an der Küste. Gesamtmetall verweist auf einen Verlust von monatlich 10.000 Industriearbeitsplätzen. Die Arbeitgeber wollen ein betriebliches Instrument für Investitionen, Innovation, Standorte und Beschäftigung, eine ausgeweitete automatische Abweichung vom Tarif sowie Gespräche über Krankenstand und KI.

Was daraus folgt

Die Runde läuft parallel zu Abbauplänen bei Schaeffler, BMW und Audi. Wenn Abweichungen vom Tarif automatisch möglich werden, laufen Löhne zwischen starken und schwachen Betrieben weiter auseinander, und der Flächentarif verliert an Bindekraft. Für Unternehmen und Mittelstand zählt neben der Höhe vor allem die Laufzeit: 26 Monate bringen Planungssicherheit, 12 Monate eine neue Runde Ende 2027. Dass KI auf der Liste der Arbeitgeber steht, zeigt eine Verschiebung: Wie bei den Banken, wo Verdi Regeln für KI verlangt, wird der Einsatz neuer Technik zum Tarifthema. Einordnung: Ob KI-Regeln Teil eines Abschlusses werden, ist offen.

Was sich konkret ändert

Beschäftigte
Nach dem Angebot gäbe es bis Juli 2028 keine dauerhafte Erhöhung, nur eine Einmalzahlung im Juli 2027, die Betriebe streichen könnten.
Unternehmen
Warnstreiks in über 2.000 Betrieben sind für diese Woche angekündigt; Ausfälle in Lieferketten sind möglich.
Mittelstand
Mehr automatische Abweichung vom Tarif würde schwächeren Betrieben Luft verschaffen, aber Lohnunterschiede vergrößern.
Auszubildende
Die IG Metall fordert eine soziale Komponente für untere Einkommen und Auszubildende.

Worauf zu achten ist

Quellen

  1. IG Metall: Tarifrunde Metall und Elektro 2026
  2. nord24 (dpa): Warnstreikwelle im Norden vor bisherigem Höhepunkt
  3. all-electronics: Metall-Tarifrunde 2026, IG Metall erhöht den Druck

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