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Barclays streicht 5.000 Stellen, darunter viele Entwickler

Die britische Bank begründet den Abbau auch mit KI und meldet im selben Quartal 12 Prozent mehr Gewinn.

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Barclays streicht 5.000 Stellen, darunter viele Entwickler

Barclays baut bis Ende 2026 rund 5.000 Vollzeitstellen ab, etwa 5 Prozent der Belegschaft, rund 60 Prozent davon in Unterstützungsfunktionen. Finanzchefin Anna Cross nannte am 22. Oktober ausdrücklich weniger Entwickler, weil KI die Beschäftigten produktiver mache.

Was passiert ist

Effizienzprogramme in Banken trafen bisher vor allem Filialen und Sachbearbeitung. Hier nennt eine Großbank in ihrer Quartalskonferenz ausdrücklich Softwareentwickler, also die Berufsgruppe, die die Digitalisierung getragen hat. Rund 1.000 Stellen sind bereits weggefallen, der Rest folgt im dritten und vierten Quartal. Der Abbau fällt in ein solides Quartal: Der Vorsteuergewinn stieg um 12 Prozent auf 2,3 Mrd. Pfund, die Bank kündigte einen Aktienrückkauf über 500 Mio. Pfund an. Konzernchef C. S. Venkatakrishnan relativierte zugleich, KI sei „das Sahnehäubchen, nicht der Kuchen“. Die eigentliche Arbeit liege in einheitlichen Daten, moderner Infrastruktur und abgestimmten Prozessen. Im Kundengeschäft wirkt Technik bereits messbar: Die Anrufe im Callcenter sanken binnen eines Jahres um 10 Prozent, die Zahl der Beschäftigten pro Filiale um rund 10 Prozent. Barclays verfolgt für 2026 bis 2028 Kosteneinsparungen von über 2 Mrd. Pfund.

Was daraus folgt

Einordnung: Der Fall passt zu dem Muster, das sich in den Daten zeigt. KI ersetzt selten ganze Abteilungen auf einen Schlag, sie senkt den Bedarf in Funktionen, deren Ergebnis sich leicht messen lässt. Zeitgleich bauen Häuser wie JPMorgan und Schwab eigene KI-Agenten für ihre Kunden: Dieselbe Technik schafft nach außen neue Produkte und macht im Inneren Stellen überflüssig. Für Banken im deutschsprachigen Raum unter Kostendruck liefert Barclays eine Vorlage, auf die sich Vorstände bei eigenen Programmen berufen können. Für Beschäftigte verschiebt sich der Wert: Routinecode und Standardanfragen verlieren, Datenqualität, Systemverständnis und die Kontrolle von KI-Ergebnissen gewinnen. Barclays investiert nach eigenen Angaben bis 2030 150 Mio. Pfund in Weiterbildung, 40.000 Beschäftigte haben das KI-Lernangebot genutzt. Wie viele Umschulungen tatsächlich in neue Rollen führen, ist nicht belegt.

Worauf zu achten ist

Quellen

  1. Barclays Q3 2026 Earnings Call Transcript (The Motley Fool)
  2. City AM: Barclays to axe 5,000 jobs in 2026 after banking on AI savings
  3. Fast Company: Barclays slashes 5% of workforce
  4. Sharecast: Barclays Q3 profit misses expectations

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