Speicherchips bis 2030 knapp: Rechner und Server werden teurer
SK hynix meldete für das dritte Quartal 104,6 Billionen Won Umsatz und 80 Prozent operative Marge und erwartet, dass die Nachfrage nach Speicherchips das Angebot bis 2030 übersteigt.
Der südkoreanische Speicherhersteller SK hynix hat im dritten Quartal bei 104,6 Billionen Won Umsatz einen operativen Gewinn von 83,3 Billionen Won erzielt, eine Marge von 80 Prozent. Die Durchschnittspreise für DRAM stiegen zum Vorquartal um knapp 30 Prozent, die für NAND-Flash um rund 25 Prozent.
Was passiert ist
Speicher ist der Engpass, den der KI-Ausbau als Nächstes sichtbar macht. Rechenzentren brauchen Hochleistungsspeicher (HBM) in großen Mengen, und die Hersteller verlagern ihre Kapazität dorthin. SK hynix hat mit 14 Großkunden, darunter führende Cloud-Anbieter, langfristige Verträge geschlossen, die mehr als die Hälfte der Kapazität für 2027 und 2028 abdecken, meist über fünf Jahre. Laut Telefonkonferenz sind DRAM und HBM bis 2029 praktisch ausverkauft, die Anfragen nach HBM übersteigen das Angebot um mehr als das Doppelte. Neue Fabriken brauchen Jahre; die erste Fabrik im Cluster Yongin soll 2027 hochfahren. Das Management erwartet ausdrücklich, dass die Auslieferungen von PCs und Smartphones wegen höherer Speicherkosten und knapper Mengen sinken. Der Umsatz stieg zum Vorjahr um 328 Prozent. Für 2026 will SK hynix rund 100 Billionen Won an die Aktionäre ausschütten.
Was daraus folgt
Einordnung: Wer langfristige Verträge hat, sichert sich Mengen; wer kurzfristig einkauft, zahlt den Rest des Marktes. Das sind vor allem PC- und Smartphone-Hersteller, Mittelständler mit Hardware-Erneuerung und kleinere Rechenzentren. Plant ein Unternehmen den Austausch von Laptops oder Servern, muss es mit höheren Preisen und längeren Lieferzeiten rechnen, solange die Knappheit anhält. Europa hat keine nennenswerte eigene Speicherfertigung und ist auf Korea, Taiwan, die USA und China angewiesen. Für die Hersteller selbst wird das Geschäft stabiler: Langfristige Verträge glätten den sonst stark schwankenden Speicherzyklus. Bricht die KI-Nachfrage ein, verschiebt sich das Bild schnell, doch die Unternehmen rechnen derzeit nicht damit.
Was sich konkret ändert
- IT-Abteilungen
- Wenn Speicher bis 2030 knapp bleibt, werden Laptops und Server beim Austausch teurer und Lieferzeiten länger.
- Verbraucher
- SK hynix erwartet sinkende Auslieferungen von PCs und Handys, weil Speicher teurer wird.
- Hardwarehersteller
- Große Cloud-Kunden haben über Fünfjahresverträge mehr als die Hälfte der Kapazität 2027 und 2028 gebunden.
Worauf zu achten ist
- Vertragspreise für DRAM und NAND im vierten Quartal
- Auslieferungszahlen für PCs und Smartphones
- Inbetriebnahme der ersten Fabrik in Yongin 2027
Quellen
- SK hynix: Announces 3Q26 Financial Results
- Investing.com: Earnings call transcript SK hynix Q3 2026
- finanzen.net: dpa-AFX-Überblick Unternehmen vom 28.10.2026