Spyware-Alarm bei Apple: BSI rät, Diensthandys notfalls zu tauschen
Seit 29. Oktober warnt Apple Nutzer vor kommerzieller Spionagesoftware, darunter Bundestagsabgeordnete; das BSI rät Betroffenen, ihr iPhone als kompromittiert zu behandeln.
Die Warnungen erreichen nicht nur Politiker, sondern zeigen, dass Spionagesoftware gegen Einzelpersonen ein Werkzeug gegen Entscheider jeder Art ist. Das BSI empfiehlt bei hohem Risiko den Gerätetausch, nicht nur ein Update.
Was passiert ist
Nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erreichen Apples Bedrohungsmeldungen seit dem 29. Oktober iPhones. Apple warnt damit vor sogenannter Söldner-Spyware, also Spionagesoftware kommerzieller Anbieter, die gezielt gegen einzelne Personen eingesetzt wird. Eine konkrete Lücke oder einen Angreifer nennt Apple nicht. Am 30. Oktober schrieb das BSI an Bundestagsabgeordnete. Digitalminister Karsten Wildberger bestätigte am 1. November in der ARD, dass Abgeordnete und Mitglieder der Bundesregierung gewarnt wurden, ohne Namen zu nennen. Das BSI schreibt, Betroffene sollten davon ausgehen, dass ihr Gerät kompromittiert sein könnte. Es rät, das Betriebssystem sofort zu aktualisieren, sofern keine forensische Analyse geplant ist, den Blockierungsmodus einzuschalten, bei hohem Risiko das Gerät zu ersetzen, Konten zurückzusetzen und die Telefonnummer zu wechseln. Dazu kommen ein neuer Gerätecode, neue Passwörter für Apple-Konto und E-Mail sowie Zwei-Faktor-Schutz bei Messengern. Unbestätigt ist, wie viele Länder betroffen sind; ein Betroffener nannte 99.
Was daraus folgt
Für Unternehmen ist der Fall eine Vorlage: Wer Vorstände, Verhandler oder Mitarbeiter mit Zugang zu sensiblen Daten beschäftigt, braucht einen Ablauf für solche Warnungen. Dazu gehören eine Stelle, die Meldungen auf Echtheit prüft, Ersatzgeräte und die Frage, wann forensisch gesichert wird, bevor ein Update Spuren löscht. Wenn Diensthandys ausgetauscht und Nummern gewechselt werden müssen, entstehen Kosten und Ausfallzeiten. Einordnung: Gefälschte Warnmeldungen sind ein bekanntes Mittel für Phishing; echte Apple-Meldungen kommen per Mitteilung in der Apple-ID und per E-Mail, ohne Links zu Fremdseiten.
Was sich konkret ändert
- Betroffene Nutzer
- Das BSI rät, das iPhone als kompromittiert zu behandeln, den Blockierungsmodus zu nutzen und Passwörter zu ändern.
- Unternehmen
- Für Führungskräfte mit sensiblem Zugang braucht es einen Ablauf: Echtheit prüfen, Ersatzgerät, forensische Sicherung.
- IT-Abteilungen
- Bei hohem Risiko empfiehlt das BSI Gerätetausch und neue Nummer, das bindet Budget und Zeit.
Worauf zu achten ist
- Ob Apple oder das BSI weitere Angaben zu Umfang und Angreifern machen
- Ob weitere Länder oder Unternehmen Betroffene melden
- Neue iOS-Sicherheitsupdates in den kommenden Wochen
Quellen
- Security Affairs: Apple's spyware notifications reach the Bundestag: what the BSI says to do now
- All About Security: Apple-Warnung vor Spyware, BSI informiert Bundestagsabgeordnete
- BSI: Empfehlungen zu Apple Mercenary Spyware