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BASF will Evonik: Jobgarantie bis 2032, die Politik entscheidet mit

BASF bietet nach Berichten rund 24 Euro je Evonik-Aktie, etwa 11 Mrd. Euro, und sagt den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis 2032 zu; größter Aktionär ist die RAG-Stiftung mit rund 43 Prozent.

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BASF will Evonik: Jobgarantie bis 2032, die Politik entscheidet mit

BASF-Chef Markus Kamieth hat in einer Videobotschaft zugesagt, nach einer Übernahme von Evonik bis 2032 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten und Tarifverträge sowie Standortvereinbarungen zu übernehmen. Zugleich soll BASF sein Angebot laut Bloomberg, dpa-AFX und Reuters von 22,15 auf rund 24 Euro je Aktie erhöht haben; offiziell bestätigt ist diese Zahl nicht.

Was passiert ist

Gelingt der Kauf, wäre es der größte Zusammenschluss der deutschen Chemie. Ende September hatte Evonik ein unverbindliches Angebot von 22,15 Euro je Aktie, rund 10,3 Mrd. Euro, als zu niedrig abgelehnt; beide Seiten bestätigten danach Sondierungen unter Beteiligung der RAG-Stiftung. Die Stiftung hält laut dpa rund 43 Prozent an Evonik, ihrer größten Einzelbeteiligung. Aus ihren Erträgen bezahlt sie die dauerhaften Folgekosten des 2018 beendeten Steinkohlebergbaus. In ihrem Kuratorium sitzen kraft Amtes die Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und dem Saarland, die Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen sowie der Vorsitzende der Gewerkschaft IG BCE. Kamieth nannte Essen und NRW wichtige Standorte und bot an, die Chemieparks Marl und Wesseling selbst zu betreiben, deren Betreibergesellschaft Syneqt mit rund 3.500 Beschäftigten Evonik verkaufen will. Evonik selbst hatte am 23. September angekündigt, bis 2029 weltweit 3.200 Stellen abzubauen, rund 2.150 davon in Deutschland. Evonik und die RAG-Stiftung äußerten sich zu den jüngsten Berichten nicht.

Was daraus folgt

Einordnung: Die Jobgarantie richtet sich weniger an die Börse als an das Kuratorium der RAG-Stiftung, in dem Landes- und Bundespolitik sowie Gewerkschaft sitzen. Damit wird der Preis nur eine von zwei Währungen: Ein höherer Kaufpreis stärkt das Vermögen, aus dem die Bergbaulasten bezahlt werden, Zusagen zu Standorten und Arbeitsplätzen sichern politische Zustimmung. Offen ist, wie die Garantie zum laufenden Abbauprogramm von Evonik passt, das bisher auch Stellen in Deutschland streicht. Ein Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen schließt Abbau über Altersteilzeit und Fluktuation nicht aus. Für die Branche wäre ein Zusammenschluss ein Zeichen, dass Konsolidierung die Antwort auf hohe Energiekosten und schwache Nachfrage wird. Für Zulieferer und Kunden in den Chemieparks des Ruhrgebiets hinge viel davon ab, wer die Infrastruktur betreibt.

Was sich konkret ändert

Beschäftigte bei Evonik
BASF sagt zu, bis 2032 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten und Tarifverträge zu übernehmen; Abbau über Altersteilzeit und Fluktuation bleibt möglich.
Bergbauregionen an Ruhr und Saar
Der Verkaufspreis bestimmt mit, wie viel Vermögen die RAG-Stiftung für die Folgekosten des Steinkohlebergbaus zur Verfügung hat.
Firmen in den Chemieparks
Wenn BASF Marl und Wesseling selbst betreibt, ändert sich der Partner für Energie, Logistik und Infrastruktur am Standort.

Worauf zu achten ist

Quellen

  1. PROCESS (dpa): BASF erhöht Gebot für Evonik auf 24 Euro je Aktie (25.10.2026)
  2. Finanztrends (Reuters): BASF sagt Jobgarantie bis 2032 zu (27.10.2026)
  3. Börse Global (Reuters): Evonik lehnt BASF-Offerte über 10,3 Mrd. Euro ab
  4. chemeurope: Evonik is cutting 3,200 jobs worldwide (23.09.2026)
  5. Stuttgarter Zeitung (dpa): Evonik kündigt Abbau von 3.200 Stellen an

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