SpaceX verdient mit KI-Rechenleistung mehr als mit Starlink
Die KI-Sparte brachte im dritten Quartal 7,56 Mrd. $ Umsatz und investierte mehr als das Doppelte davon.
Laut Quartalsbericht an die US-Börsenaufsicht erzielte die SpaceX-Sparte Super Intelligence im dritten Quartal 7,56 Mrd. $ Umsatz und damit mehr als Starlink mit 5,25 Mrd. $. Im selben Zeitraum investierte die Sparte 16,4 Mrd. $, bei einem operativen Gewinn von 431 Mio. $.
Was passiert ist
Der Umsatz der KI-Sparte hat sich binnen eines Jahres rund verneunfacht, von 813 Mio. $ auf 7,56 Mrd. $. Gut 600 Mio. $ davon stammen aus der im August übernommenen Programmierplattform Cursor, der Großteil aus der Vermietung von Rechenkapazität an Dritte. Der Bericht spricht nur allgemein von Cloud-Verträgen mit externen Kunden. Medien nennen Anthropic und Google, SpaceX selbst bestätigt keine Namen. Die installierte Rechenleistung lag laut Berichten bei 1,7 Gigawatt nach 0,6 Gigawatt ein Jahr zuvor.
Aufschlussreich ist das Verhältnis von Umsatz zu Kapitaleinsatz. Auf jeden Dollar Umsatz kamen in der KI-Sparte gut zwei Dollar Investitionen, in neun Monaten summierten sie sich auf rund 40 Mrd. $. Das Geld verdient weiterhin Starlink: Die Sparte Connectivity lieferte 2,37 Mrd. $ der 2,79 Mrd. $ operativen Konzerngewinns. Ein Satellitennetz finanziert damit faktisch den Aufbau eines Rechenzentrumsgeschäfts. Der Konzernumsatz stieg um 161 % auf 14,6 Mrd. $, mehr als die Hälfte entfällt inzwischen auf die KI-Sparte.
Was daraus folgt
Mit SpaceX wächst ein weiterer großer Anbieter im Markt für gemietete KI-Rechenleistung heran, der bislang von Microsoft, Amazon, Google, Oracle und Spezialanbietern geprägt ist. Mehr Angebot dürfte den Preisdruck auf Rechenstunden erhöhen, sobald die angekündigten Kapazitäten tatsächlich ans Netz gehen. Modellentwickler gewinnen Verhandlungsmacht und werden unabhängiger von einzelnen Cloudanbietern. Für die Anbieter selbst wird entscheidend, ob die Margen die Abschreibungen auf kurzlebige Chips tragen. Das Management stellte für das vierte Quartal Investitionen von 35 bis 40 Mrd. $ in Aussicht. Ob die Auslastung Schritt hält, ist offen. Europäische Unternehmen, die KI-Kapazität einkaufen, erhalten mehr Optionen, aber auch einen weiteren US-Lieferanten mit eigener Interessenlage.
Worauf zu achten ist
- Auftragsbestand laut Management 63 Mrd. $, davon rund 42 Mrd. $ binnen eines Jahres fällig, im Verhältnis zu den Investitionen
- Operative Marge der KI-Sparte ohne Sondereffekte aus der Cursor-Übernahme
- Preise für gemietete GPU-Stunden bei den großen Cloudanbietern im ersten Halbjahr 2027
Quellen
- SEC: Space Exploration Technologies, Ergebnisse Q3 2026
- TIKR: SpaceX Q3 Earnings – AI now brings in half the revenue
- 24/7 Wall St.: SpaceX's AI Business Is Now Bigger Than Starlink